Februar 14, 2020 Weiterlesen ... →

Bündnispartner gesucht

Das Projekt „intensivwelten“ möchte als Krankenkassen-, MDK- und Betrugs-Watch in der außerklinischen Intensivpflege, Versorgung und Assistenz fungieren – als kooperatives Netzwerk und Arbeitsgemeinschaft zur Durchsetzung der Interessen von Menschen mit einem intensivpflegerischen Bedarf und deren Familien.
Torsten Rhau, Initiator des Projekts: „Das Leben mit einer intensivpflegerischen Versorgung zu gestalten ist schon eine Meisterleistung an sich. Betroffene und deren Familien benötigen deshalb Kassen und Dienste, die sie dabei unterstützen. Stattdessen erfahren sie nicht selten Ablehnungen, Zurückweisungen und Inkompetenz, die sie faktisch an Leib, Leben und Seele bedrohen. Dies steht nicht in Einklang mit den Werten und der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland.
Als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Lebenswelten möchte ich deshalb zusammen mit anderen Vereinen, Organisationen und Betroffenen eine Unterstützungs- und Widerstandsplattform initiieren. Auch im Kontext des aktuellen Gesetzgebungsverfahrens IPReG.
Von einer außerklinischen Intensivversorgung abhängig zu sein, bedeutet nicht wehrlos oder Bittsteller zu sein. Nicht selten verweigern aber Krankenkassen notwendige Unterstützungsleistungen aus Kostengründen, ein MDK prüft ohne der Komplexität bestimmter Bedarfslagen gerecht zu werden und manche Anbieter besitzen nicht die fachliche Expertise, die zur Durchführung der Dienstleistung notwendig ist.
Betroffene und deren Familien wollen dies so nicht weiter hinnehmen. Über die neue Plattform fordern sie die Durchsetzung ihrer Bürgerrechte auch bei Erkrankungen mit hohen Kosten für das Allgemeinwesen. Sowie die Umsetzung der UN-Behintertenrechtskonvention. Auf der dazugehörigen Homepage können deshalb grobe Verstöße, gegen die aktuellen Rechtsgrundlagen, Kassenzahlungsverweigerungen, merkwürdige MDK-Begutachtungen, sowie Betrugsfälle von Dienstleistern, anonym oder nicht anonym gemeldet werden.
Zur Durchsetzung der Interessen und zur sachlich und fachlich korrekten Einordnung der Anfragen sollen drei assoziierte Netzwerke aufgebaut werden:

1.) Ein juristisches Netzwerk, dessen Expertise die betroffenen Menschen nutzen können und welches die Arbeitsgemeinschaft Intensivwelten bei schwierigen Fragen, wie der Weiterleitung von Informationen an Staatsanwaltschaften unterstützt.
2.) Ein fachliches Netzwerk, das die Anfragen und Gesuche prüft, Bedarfe erkennt und menschenwürdige Versorgungsangebote im Rahmen der geltenden Gesetze vorschlägt. Hier würden sich engagierte Mediziner und die ArGe „Fachgesellschaften und Verbände in der außerklinischen Intensivpflege“ anbieten sowie andere engagierte Personen mit Expertenstatus.
3.) Ein redaktionelles Netzwerk, aus Fachzeitschriften und anderen, lokalen und überregionalen Medien, die ein Interesse daran haben, investigativ, die Untiefen im Gesundheitswesen öffentlich zumachen. Natürlich in Kooperation mit den beiden zu erst genannten Netzwerkpartnern, um gesicherte Informationen zu erhalten.
Gründungstreffen-Internetseite-Arbeitsgemeinschaft mit einer Grundsatzerklärung und drei assoziierte Netzwerke – das ist die grundsätzliche Idee, Betroffen-Rechte durchzusetzen.
Gerne in Kooperation mit anderen Verbänden und sozialen Initiativen.
Am 21.3.2020 möchte ich die Arbeitsgemeinschaft Lebenswelten für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bitten, diesen Entwurf zu unterstützen. Natürlich ist hier nichts in Stein gemeißelt und es liegt noch eine gute Strecke Weg vor uns. Deshalb lasst uns möglichst bald mit Mut und Spaß beginnen.
Schön ruhig in der Pflegeecke alles ertragen war gestern – wir sind alle gleich – Betroffene lassen sich nicht mehr behindern!
Auf der Suche nach Bündnispartnern,
Unterstützung und konstruktiver Kritik,
Torsten Rhau
Sprecher AG Lebenswelten
Veröffentlicht in: News