Eine besondere Frau

Am 04. Juli 2021 hat die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung im Rahmen eines Jubiläumskonzerts zum 20. Todestag der Gründerin Hannelore Kohl in der Speyerer Dreifaltigkeitskirche an zwei Frauen den ZNS-Preis „Eine besondere Frau“ vergeben. Eine Ehrung ging posthum an Martina Weber, die Gründerin und langjährige Chefredakteurin der Fachzeitschrift not durch Hirnverletzung, Schlaganfall und sonstige erworbene Hirnschäden für besondere Verdienste um betroffene Menschen.

Sie engagieren sich über alle Maßen, sind Knotenpunkte im Netz Betroffener und stehen dennoch nur selten im Rampenlicht: Die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung würdigt mit dem ‚ZNS – Preis für eine besondere Frau‘ jene, die sich mit außergewöhnlicher Tatkraft für hirnverletzte Menschen und ihre Angehörigen sowie für die Unfallprävention einsetzen. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen und geht anlässlich des 20. Todestages der Stiftungsgründerin Hannelore Kohl an zwei Frauen, die die Leben zahlreicher Menschen berührt und verbessert haben. Die Preisträgerinnen 2021 sind Martina Weber und Petra Leroy.
Mit Martina Weber aus dem pfälzischen Leimersheim wird eine Frau ausgezeichnet, die zusammen mit ihrem Mann Hans nach dem Unfall ihres Sohnes Raphael im Jahr 1985 selbst tätig wurde. Neben dem Schock über die schrecklichen Unfallfolgen mussten die Eltern feststellen, dass es zu dieser Zeit so gut wie keine Informationen zum Thema erworbene Hirnverletzungen gab. Motiviert durch ihre eigene Hilflosigkeit lag es Martina Weber sehr am Herzen, die eigenen Erfahrungen mit anderen Betroffenen zu teilen. Aber auch das Thema Hirnverletzung in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit und insbesondere in die Politik zu tragen, war ihr ein Herzensanliegen. Gemeinsam engagierten sie sich für den Aufbau der in dieser Zeit kaum vorhandenen Selbsthilfe und gründeten das Fachmagazin ‚not – für Menschen mit erworbenen Hirnverletzungen‘, um anderen Angehörigen dringend benötigte Informationen zukommen zu lassen.

2019 verstarb Martina Weber plötzlich, doch ihre Arbeit wirkt noch heute fort. Stellvertretend für Martina Weber nahm ihr Ehemann Hans Weber den Preis entgegen. „Über die Auszeichnung würde Martina sich außerordentlich freuen“, betont ihr Mann. „Ich weiß aber auch ganz sicher, dass Martina das Lob, das mit dem ‚ZNS – Preis für eine besondere Frau‘ verbunden ist, mit allen Mitstreitern für die Sache und ihrer Familie teilen wollen würde, die sie stets unterstützten und hinter ihr standen.“
Die zweite Preisträgerin ist Petra Leroy. Motiviert durch die Hilfe der ZNS-Stiftung für eine befreundete Familie, organisiert sie seit 2017 zusammen mit ihrem Mann Jörg – und auch mit Unterstützung seines ehemaligen Lehrmeisters, dem Star-Koch Johann Lafer -, regelmäßig kulinarische Benefiz-Veranstaltungen. Die dort gesammelten Spenden fließen in ihr ‚Herzensprojekt‘: Den ZNS-Kochclub, bei dem die Leroys mit schädel-hirnverletzten Menschen in der Küche stehen und die unterschiedlichsten Gerichte zubereiten. Das ist keine Selbstverständlichkeit, da die Betroffenen oft an einer halbseitigen Lähmung oder an dem Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns leiden. Schon vielen Menschen hat Petra Leroy so Mut gemacht, den Alltag wieder meistern zu können. Dass ihre Aktivität nun gewürdigt wird, freut sie sehr. „Ich möchte diese Auszeichnung jedoch an die vielen anderen ‚besonderen Menschen‘ weitergeben, die mir helfen, diese Leidenschaft für unsere Projekte aufrecht zu erhalten“, betont sie: „Zum einen an meinen Mann, der bei allen neuen und ehrenamtlichen Ideen genauso begeisterungsfähig ist wie ich, und zum anderen an all die schädel-hirnverletzten Menschen, die es durch ihre Kraft und Energie schaffen, zurück ins Leben zu finden.“

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