Gestärkt aus der Krise: digitale Gesundheit

Am 26. Mai trat die Medizinprodukteverordnung 2017/745 in Kraft. Dies hat Katrin Pucknat (Präsidentin bei ResMed Germany) zum Anlass genommen, um die Themen Datenschutz, Datensicherheit und Telemedizin im Rahmen von Medizinprodukten zu thematisieren.

In der aktuellen COVID-19-Pandemie erfährt die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche einen starken Schub. Patienten und Ärzte profitieren davon gleichermaßen: Der allgemeine Zugang zur Gesundheitsversorgung wird erleichtert und die Kosten werden durch effiziente digitale Services gesenkt, da Ärzte und Versorgungseinrichtungen nicht nur entlastet werden, sondern auch Zeit einsparen können. Zeit, die jetzt einer intensiveren Betreuung der Patienten zugutekommen kann. Parallel begann auch der Aufschwung für Services aus dem Bereich der Telemedizin. Denn sie liefern einen klaren Mehrwert: Man muss sich nicht von der Arbeit freinehmen, nicht zur Arztpraxis fahren, vermeidet Wartezeiten und vermindert so das Infektionsrisiko.

ResMed beobachtet die positiven Auswirkungen der digitalen Gesundheit schon seit Jahren: Herkömmliche, digital nicht angeschlossene PAP-Geräte (Positive Airway Pressure) zum Beispiel werden von Schlafapnoe-Patienten nur zu etwa 50 Prozent kontinuierlich verwendet. Bei einer Betreuung mit Telemonitoring und der Nachverfolgung eigener Gesundheitsdaten via App steigt die Adhärenz-Rate deutlich auf 87 Prozent und auch die Zufriedenheit der Patienten erhöht sich signifikant, wie die aktuellen Ergebnisse der ResMed-Healthcare-Patientenbefragung belegen. Die erhobenen digitalen Gesundheitsinformationen, die dem Arzt zur Verfügung stehen, können auch gleichzeitig mit Hilfe von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz analysiert werden. Damit können Ärzte Patienten identifizieren, die zusätzliche Interventionen benötigen oder prognostizieren, wann ein höheres Gesundheitsrisiko besteht. Der technologische Fortschritt kann also Leben retten.

Um das zu ermöglichen, ist es wichtig, Daten über den Patienten zu sammeln. Bei aller Notwendigkeit, diese Daten zu generieren, muss beachtet werden, dass insbesondere personenbezogene Gesundheitsdaten besonders schützenswerte Daten sind. Bester Datenschutz und der Schutz der Privatsphäre sind vor allem im Gesundheitswesen, wo sensible Patientendaten verarbeitet werden, unerlässlich. ResMed hat deshalb Geräte und Software durch ein sicheres, cloudbasiertes Patientenmanagementsystem für die Online-Patientenbetreuung ausgerüstet. Damit können Kliniken und Ärzte einfacher auf Patientendaten zugreifen, klinische Erkenntnisse sammeln und Nachsorgekosten senken – und das bei maximaler Datensicherheit.

Bei Telemonitoring-Anwendungen kommt außerdem der Vertrauensaspekt der Nutzer in die Geräte hinzu. Weltweit anerkannte Zertifizierungen in der Gesundheitsbranche wie etwa HDS (Health Data Hosting) gewährleisten, dass die Gesundheitsdaten DSGVO-konform behandelt werden. HDS wendet sich an Organisationen, die Gesundheitsdaten von Patienten verwalten und setzt mehrere ISO-Standards voraus, unter anderem die Zertifizierung nach ISO 27001. Diese international geltende Norm beschreibt mithilfe eines Risiko-Managementsystems, wie die Informationssicherheit innerhalb eines Unternehmens gewährleistet wird. Bei ResMed etwa wurde die Telemonitoring-Plattform AirView™ sogar mit beiden Zertifizierungen ausgezeichnet, was den Schutz der Patientendaten vor unbefugten Zugriffen doppelt sicherstellt.

Zudem verpflichtet die Medizinprodukteverordnung (2017/745 – Medical Device Regulation, MDR), die 2017 vom Europäischen Parlament verabschiedet wurde und am heutigen 26. Mai 2021 in Kraft tritt, Anbieter von Medizinprodukten dazu, die Daten der Geräte zu sammeln, aufzubewahren und zu analysieren. Außerdem gibt es neue Anforderungen an die Sicherheit und das Risikomanagement sowie die Implementierung von Qualitätskontrollen auf allen Stufen, von der Produktion bis zum Endverbraucher. Dadurch wird die Qualität und Zuverlässigkeit von Medizinprodukten wie Telemonitoring-fähigen Geräten sichergestellt. Das Ergebnis ist, dass die Produkte für eine digitale Gesundheitsversorgung europaweit denselben hohen Standards entsprechen, was dem Wohle der Patienten dient.

Obwohl die Telemedizin in Deutschland noch ausbaufähig ist, hat die COVID-19-Pandemie den Prozess deutlich beschleunigt, beispielsweise durch die Aufhebung der Begrenzungsregelungen für Videosprechstunden. So wurde die Maximalzahl an telemedizinischen Behandlungen zu Beginn der Pandemie abgeschafft, wodurch Videosprechstunden seither unbegrenzt möglich sind. Zudem erweitert Telemedizin die Möglichkeiten der Kommunikation zwischen behandelnden Ärzten und Pflegern, zwischen Arzt und Patient und Ärzten untereinander. So könnten diese nun Bilder an einen Spezialisten senden für eine erweiterte Diagnose. Das geplante „Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG)“, das Mitte des Jahres in Kraft treten soll, beflügelt eine moderne Vernetzung im Gesundheitswesen zusätzlich.

Eine hohe Qualität der Datensicherheit schafft Vertrauen – eine Grundvoraussetzung für Telemedizin und das volle Potential von digitalen Gesundheitstechnologien. So können Gesundheitsdienstleister Patienten engmaschig betreuen und Patienten bekommen einen genauen Einblick in ihren Gesundheitsstatus. All das fördert die Akzeptanz, die hoffentlich zeitnah dazu führt, dass diese modernen Technologien allen Menschen in Deutschland zur Verfügung stehen und sie dadurch besser betreut werden können.

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