Individuelle Zahlen zur Versorgungslücke der Pflege für Gespräche mit Politikerinnen und Politiker

Getting your Trinity Audio player ready...

Symbolbild - Zahlen „fliegen" wirr herumIm Vorfeld der Kommunalwahl am 14. September in Nordrhein-Westfalen ruft die Pflegekammer NRW dazu auf, mit den jeweiligen Kandidatinnen und Kandidaten über die Personalnot der Pflege in ihrer jeweiligen Kommune zu sprechen. Möglich wird dies durch einen besonderen Service: Die Pflegekammer NRW bietet allen Interessierten an, das für die jeweilige Kommune betreffende Zahlenmaterial zur Verfügung zu stellen. „Wir wissen aus unserer Registrierung aller Pflegefachpersonen im Land, dass es in den kommenden Jahren je nach Kommune teils dramatische Entwicklungen geben wird. In den kommenden Jahren geht im Schnitt jede dritte Pflegefachperson in Rente. Das wird ein nie gekannter Aderlass an Personal in der Branche“, erklärt Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW.

Gerade in der stationären Langzeitpflege (z. B. Altenheime), aber auch beim ambulanten Pflegedienst sei es besonders schlimm. „Unsere neuesten Zahlen besagen, dass hier in den kommenden fünf bis zehn Jahren 40 Prozent der Kolleginnen und Kollegen die Rente gehen, aber nur etwa 7 Prozent Nachwuchskräfte nachrücken“, so Postel. Was dies konkret für den Alltag bedeute, sei vielen noch nicht klar – oder sie würden die Augen davor verschließen. „Wenn Sie eine Altenheim-Station mit insgesamt 10 Kolleginnen und Kollegen haben, davon vier in den Ruhestand gehen, aber gerade mal eine Teilzeitkraft auffüllt, werden letztlich Heim-Plätze zurückgefahren.“

Das wiederum stelle viele Menschen, die im Berufsleben sind, vor die Frage, wie sie die Pflege ihrer Eltern und Großeltern neben dem Job managen sollen. „Hier setzt unsere Aktion im Vorfeld der Kommunalwahl an. Die Lokal-Politikerinnen und -Politiker sollen mit der Frage konfrontiert werden, welche Ideen sie vor Ort als Lösung anbieten“, so Postel. Ansonsten sei die pflegerische Versorgung in ganzen Regionen des Landes dauerhaft gefährdet.

Konkret geht es dabei um folgende Fragen an die Lokalpolitikerinnen und -politiker:

• Welche konkreten Maßnahmen wollen Sie in unserer Kommune ergreifen, um den Pflegeberuf zu stärken?

• Wie wollen Sie sicherstellen, dass pflegebedürftige Menschen auch künftig eine verlässliche und professionelle Versorgung erhalten?

• Welche Rolle messen Sie der Pflege in Ihrer kommunalen Gesundheits- und Sozialpolitik bei?

„Pflege ist eine Grundvoraussetzung für Lebensqualität in unseren Kommunen. Ohne entschlossenes Handeln auf kommunaler Ebene wird die pflegerische Versorgung massiv gefährdet sein. Jetzt ist der Moment, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Postel.

Wer die Aktion in Anspruch nehmen und die Pflegezahlen speziell für seine Kommune erfragen will, kann sich direkt über alle unsere Kommunikationskanäle wenden: Per Mail an kommunikation@pflegekammer-nrw.de, über den untenstehenden Pressekontakt oder über unsere Social-Media-Kanäle.

Weitere Artikel

Anzeige

Aktuelle Nachrichten