Die DIGAB e.V. hat den neuen Vorstand gewählt

Bei der Mitgliederversammlung der Deutschen interdisziplinären Gesellschaft für außerklinische Beatmung (DIGAB) e.V. am 25. November 2021 wechselte turnusgemäßig nach zwei Jahren der Vorsitz. Neuer Präsident ist Dr. med. Bernd Schucher, LungenClinic Grosshansdorf, Oberarzt, Leiter des Weaningzentrums. Er löst Dr. Martin Bachmann, Chefarzt der Abteilung für Intensivmedizin und Beatmungsmedizin in der Klinik für Atemwegs-, Lungen- und Thoraxmedizin, Leiter des Weaning- und Beatmungszentrums im Asklepios Klinikum Hamburg-Harburg ab.

Coronabedingt konnte die Mitgliederversammlung nur virtuell stattfinden. Der scheidende Präsident Dr. Martin Bachmann bedauerte in seinem einleitenden Statement, dass bereits zwei DIGAB-Jahrestagungen aufgrund von Corona abgesagt werden mussten. Dennoch seien rückblickend die beiden Jahre, in denen er Präsident war, erfolgreich in der Umsetzung einiger Projekte und Vorhaben gewesen. „Die DIGAB e.V. konnte viel bewegen“, so sein Fazit. Die unabhängige medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft befasste sich eingehend mit dem „Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (GKV-IPReG)“, das im Oktober 2020 vom Deutschen Bundestag verabschiedet worden war. Mehrmals hatte die DIGAB e.V. hierzu Stellung genommen, unter anderem in öffentlichen Anhörungen, zu denen das Bundesministerium für Gesundheit eingeladen hatte. Auch in die Erstellung der „Richtlinie über die Verordnung von außerklinischer Intensivpflege“ durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) war die DIGAB e.V. eingebunden. Mehrmals führte der Geschäftsführende Vorstand in Berlin Gespräche im Gemeinsamen Bundesausschuss, da sowohl das Gesetz als auch die Richtlinie auf Menschen, die außerklinisch beatmet werden, erhebliche Auswirkungen haben. Im Zentrum der kritischen Auseinandersetzung standen Fragen wie: Wer darf außerklinische Beatmung verordnen? Ist die ärztliche außerklinische Versorgung gewährleistet? Gibt es genügend Spielraum für ein selbstbestimmtes Leben, wenn Betroffene aufgrund ihrer Erkrankung niemals von der Beatmung entwöhnt werden können?

Die beiden vergangenen Jahre hätten, wie Bachmann bedauerte, unter dem negativen Vorzeichen der Corona-Pandemie und den zeitweise erheblichen Engpässen in den Kliniken und der Pflege gestanden. So sei die ehrenamtliche Arbeit deutlich erschwert gewesen und die regelmäßigen Vorstandstreffen hätten nur virtuell durchgeführt werden können. Trotzdem sei es gelungen, als einen Baustein zur Verbesserung der außerklinischen intensivpflegerischen Versorgung das DIGAB-Register einzuführen, das, ähnlich wie das Intensivbetten-Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Aufschluss über die aktuellen Versorgungskapazitäten gibt. Das Register, das von der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke gefördert wird, verzeichnet inzwischen 400 Pflegeanbieter und soll langfristig auch der Versorgungsforschung dienen. Als weiteren Erfolg nannte Bachmann die Beteiligung an mehreren wissenschaftlichen Studien und Projekten. Dazu gehört auch die federführende Mitarbeit der DIGAB e.V. und ihrer Sektionen, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) e. V., bei der Erstellung der Revision der S2k-Leitlinie „Nichtinvasive und invasive Beatmung als Therapie der chronischen respiratorischen Insuffizienz – Revision 2017“, die noch bis Juni 2022 gültig ist. Die Leitlinie wird aufgeteilt, sodass die DIGAB e.V., entsprechend ihrer Fachlichkeit, für die Erstellung der Leitlinie für „invasive“ Beatmung zuständig ist. Als weiteren Erfolg nannte Bachmann die Weiterentwicklung der Fort- und Weiterbildungen, die Einführung eines neuen Curriculums für Fachtherapeut*innen in der außerklinischen Intensivversorgung sowie neuer Konzepte für das E-Learning. Um die erarbeiteten Konzepte auch in den entsprechenden Richtlinien unterzubringen ist die DIGAB e.V. ist in ständigem Kontakt mit dem GKV-Spitzenverband und anderen Gremien.

Dr. Bachmann, der nun für zwei Jahre Past-Präsident der Fachgesellschaft ist, verabschiedete sich mit einem herzlichen Dank von Jörg Brambring, Pflegegutachten:Telepflege:Akademie, GUTbeACHTEN GmbH, Essen, der das Amt kommissarisch übernommen hatte. Bei den Wahlen zum Präsident-elect erhielt Dr. A. Hakim Bayarassou, niedergelassener Facharzt in Köln im Zentrum für außerklinische Beatmung (ZAB), eine deutliche Mehrheit. In ihrem Amt bestätigt wurde die Dipl. Sozialarbeiterin Meike Grimm als Schatzmeisterin. Maria-Cristina Hallwachs, Beratung für querschnittgelähmte Menschen mit Beatmung und ihre Angehörigen, wurde als neue Ständige Vertreterin der Betroffenen gewählt.

Damit ist der neue Geschäftsführende Vorstand der DIGAB e.V. für die kommenden beiden Jahre bestätigt. Bis Ende des Jahres wählen die 17 Sektionen ihre Sprecherinnen und Sprecher, die dann wiederum dem erweiterten Vorstand angehören. Dr. Bachmann gratulierte seinem Nachfolger und sagte ihm seine volle Unterstützung zu. Er bedankte sich bei den DIGAB-Mitgliedern sowie den engagierten Sprecherinnen und Sprecher der Sektionen für deren großes Engagement und rief dazu auf, für eine Privat- oder Fördermitgliedschaft in der DIGAB e.V. zu werben. „Wir brauchen Ihre Unterstützung und Mitarbeit, da es immer Menschen aller Altersstufen geben wird, die außerklinisch beatmet werden müssen. Eine starke DIGAB ist wichtig, um als Lobby dieser sehr vulnerablen Patientengruppe agieren und deren Therapie auf fachlich-qualitativ hochwertigem Niveau halten zu können“, so Dr. Bachmann.

Mehr unter www.digab.de

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